SAT Tourbook

 

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Vorwort…

Aus einer spontanen Idee heraus, mal eine nette Tour mit Übernachtung innerhalb unseres Stammtisches NRW zu planen, entstand eine der geilsten Motorrad-Touren, die ich bisher erlebt habe.

Wie von einem Virus infiziert, wurde recht schnell deutlich, dass es nicht „mal um die Ecke“ gehen sollte, und 1 oder 2 Übernachtungen nicht ausreichen würden. Es kristallisierte sich schnell das Ziel der Tour heraus, alles roch nach „Route des Grandes Alpes“. Nach dem Motto, wir sind ja ohnehin schon da in der Ecke, kamen weitere Wünsche dazu, wie der Grand Canyon du Verdon und der Vercors,

Mit der Planung hatte ich bereits im September 2012 begonnen. Damit alle live dabei sein konnten, richteten Jens und ich eigens für diese Tour einen Blog ein, wo ich alle Schritte dokumentierte und auch weiterhin noch dokumentiere. Danke Jens! Zur Zeit fülle ich den Blog mit Tourbildern, was nicht einfach ist, denn wir haben weit über 10.000 einzelne Bilder und stundenlanges Videomaterial, das wird noch eine Zeit in Anspruch nehmen. Das Tourbook kommt natürlich auch rein.

Da es zu Beginn der Planung schon genügend Interessenten gab, war die erste Herausforderung, einen gemeinsamen Termin und eine maximale Reisedauer für alle zu finden. Nach dem dies stand, war die große Kunst, so eine gewaltige Strecke in die doch recht kurze Zeit von 6 Tagen reinzupacken, und zwar so, dass es noch Spaß macht.  Es entstand die Tour, die wir gemeinsam gefahren und erfahren haben, alleine schon beim bloßen Gedanken daran bekomme ich jedes Mal wieder eine Gänsehaut.

Nach etlichen Planungen, Verwerfungen, erneuten Planungen, erneuten Verwerfungen, eine machbare Route betreffend, stand dann endlich das grobe Gerüst. Es war klar, dass es keine Kaffeefahrt werden würde, hier stand das tägliche Motorradfahren im Vordergrund. Jetzt galt es, geeignete Hotels entsprechend der grob geplanten Tagesetappen auf der Route zu finden. Und es sollte trotz Frankreich günstig werden, bei ordentlichen und sauberen Unterkünften. Trotz vieler Sprach- und daraus resultierend Verständigungsproblemen bekam das Ganze nach und nach immer mehr Form, und irgendwann hatte ich auch das letzte Hotel gefunden und reserviert. Jetzt stand das Gerüst, also hieß es nun, traumhafte Routen auszuarbeiten, damit diese Tour allen unvergesslich in Erinnerung bliebe.

In der Theorie ist alles schön, und ich plane jetzt lange genug Routen, um zu wissen, dass in der Praxis vieles ganz anders aussehen kann. Aber dieses Risiko blieb, denn so eine Tour fährt man nicht mal eben eine Woche vorher ab, um zu kontrollieren, ob alles passt. Nachdem ich tausende Berichte anderer Biker, Landkarten, Reiseberichte etc. studiert hatte, stand die gesamte Route, aber zunächst nur auf Papier. Das wollte natürlich auch alles noch programmiert und vor allem kontrolliert werden. Dazu haben wir das SEK Seealpen gegründet, bestehend aus Markus, Jens und meiner Wenigkeit. An einem lustigen Abend, bei dem einen oder anderen Bierchen und Whisky, setzten wir uns zusammen, um den endgültigen Feinschliff vorzunehmen. Vorab hatte ich einige DVD´s über Motorradtouren innerhalb der französischen Seealpen besorgt, die schauten wir uns an, und waren entsprechend sensibilisiert. Nach dem feuchtfröhlichen Abend habe ich alle Routen in Tyre programmiert und dem SEK Team als Navi Dateien geschickt, denn 6 Augen sehen mehr als 2. Nach einigen, kleinen Änderungen und Bugs war auch diese Hürde genommen, und wir konnten die Routen als Download in unserem Blog allen zur Verfügung stellen.

Da ich als bis dahin einziger Road Captain auch ein Risiko darstellte, sollte ich vorher krank werden oder während der Tour ausfallen, haben wir die RC´s auf Markus und Jens erweitert, was sich später auch als ideale Entscheidung erwies.

Die Tage vergingen, und der Termin bis zum Start wollte einfach nicht näher rücken. Dazu kamen noch die Wetterprognosen, die nichts wirklich Gutes voraussagten. Erst kurz vor Tourstart wurden die wichtigsten Pässe Col de L´Iseran und Col de Galibier geöffnet, Schwein gehabt, dachte ich nur. Nach einer gefühlten Ewigkeit rückte der Start dann endlich näher, und wir planten den Anreisetag so, dass wir als Sammeltaxi alle nacheinander an verschiedenen Treffpunkten in Deutschland einsammelten, und ab Schwarzwald den letzten Teil bis zum ersten Etappensieg gemeinsam genießen konnten. Auch die Wetterprognosen waren einen Tag vor Start nicht mehr ganz so mies…

Kurz vor dem Start gab es noch ein Briefing für alle Teilnehmer als Einschwörung auf die Tour:

Briefing vor dem Start

Es ist zwar schon alles bekannt, ich fasse nur noch mal die wichtigen Punkte zusammen. Das soll jetzt nicht den Eindruck erwecken, dass wir eine Übung der Bundeswehr antreten, meine Erfahrung ist, je besser vorher alles abgesprochen ist, desto relaxter die Gruppe 😉

Morgendlicher Start

Ist ja schon bekannt, wir starten morgens um 09:00 (außer Anreisetag). Also gilt es, den Bier-, Wein- und CR-Pegel entsprechend auszubalancieren ;-).

Autobahn

Wenn es der Verkehr erlaubt, werden wir auf mehrheitlichen Wunsch eine max. Reisegeschwindigkeit von 110 km (echten laut Navi) ansetzen. Damit quält keiner sein Moped, der Spritverbrauch liegt im normalen Bereich, und auch ohne Windschild ist die Geschwindigkeit gut zu ertragen (ich fahre selber auch ohne). Pinkel- und Raucherpausen machen wir nach max. 1,5 h, bei der Anreise habe ich schon entsprechende Rastplätze in der Tourplanung mit eingebaut.

Landstraßen / Pässe

Hier gilt vor allem, der Weg ist das Ziel. Wir fahren alle mit großen Gepäck, daher werden wir die Geschwindigkeit den Gegebenheiten anpassen, frei dem Motto „wir wollen nicht rasen, sondern heil ankommen“. Offene und gut ausgebaute Strecken können wir nutzen, um zügig voran zu kommen.  Auf den Pässen oder bei Kehren und Schleifen brauchen wir dafür umso mehr Zeit.

Zeiten mit Pausen und Essen

Wir haben ein kerniges Tagesprogramm, ich rechne mit min. 6 bis 8 Stunden reine Fahrzeit am Tag. Dazu kommen Pausen. Nach max. 1,5 h machen wir eine Pinkel- und Raucherpause, die sollte im Bereich 15 min. liegen, damit wir nicht in der Nacht ankommen 😉 Bei 4 bis 5 Pausen am Tag würden wir etwa 8 bis 10 Stunden „on The Road“ sein. Mittags werden wir keine Siesta abhalten, damit wir zum Abend hin nicht zu spät werden. Bei unseren Hotels hatte ich nachgefragt, überall wird uns die Möglichkeit eines Abendessens eingeräumt. Ideal wäre es, wenn wir für den Tag was dabei haben. Ich selber werde schauen, dass ich mir Obst und Wasser organisiere, damit komme ich bis abends gut klar. Und wenn es gut läuft, können wir die Pausen, gerade mittags, auch etwas erweitern. Natürlich ist das alles reine Theorie, und es sind noch keine Zwangspausen berücksichtigt, wir werden am Tag immer neu sehen und entscheiden, wie wir klar kommen.

Tanken

Hier richten wir uns nach dem Motorrad mit der geringsten Reichweite. In Maulburg können wir kurz absprechen, wer wie weit kommt, und dementsprechend planen wir dann Tankstopps, natürlich nach Verfügbarkeit der Tankstellen.

Gruppengröße

Mein Wunsch ist, dass wir mit der kompletten Mannschaft mit 10 Motorrädern fahren. Sollten wir aber während der Tour feststellen, dass eine kleine Gruppe relaxter und einfacher ist, können wir die Mannschaft in 2 Gruppen je 5 Mopeds aufteilen. Markus, Jens und meine Wenigkeit sind die ganzen Touren durchgegangen, somit stehen genügend RC´s am Start…

Kolonne fahren

Kennt jeder, weiß jeder, trotzdem der Hinweis, dass jeder sich an die bekannten Regeln für das Kolonne fahren hält. Vor allem was das Aufschließen betrifft, falls jemand aus der Kolonne ausfällt. Wer unsicher ist, einfach nachfragen. Und eine Bitte: lasst den Abstand zum Vordermann nicht zu groß werden, damit wir möglichst eng beieinander bleiben.

Fotos

Das wird (leider) die größte Herausforderung. Wenn wir den Ansatz haben, alles Schöne auf der Tour fotografieren zu wollen, und bei jedem „Highlight“ mit 10 Motorrädern anzuhalten, werden wir vermutlich nie ankommen. Lasst uns hier ruhig in Maulburg noch mal drüber sprechen, wir hätten natürlich schon gerne so viele, tolle Fotos wie möglich. Vielleicht kann ja der eine oder andere mal Fotostopps machen und dann wieder aufschließen…

Abendessen

Alle Hotels haben uns versprochen, trotz nicht vorhandener Vorbestellungen abends eine Möglichkeit zum Essen anzubieten. Ich hoffe, die halten sich dran.

Zimmerbezahlung

Hatten wir auch im Detail diskutiert. Wir zahlen die Zimmer cash. Da es immer krumme Beträge sein werden, müssen wir schauen, wie wir das regeln mit dem „Kleingeld“, ich selber nehme natürlich auch keine Münzrollen mit. Das bekommen wir schon hin.

Unser Blog

Ich werde versuchen, während der Tour Beiträge zu schreiben. Das ist gerade am Tag nicht einfach mangels Zeit und Sonneneinblendung. Vor allem werde ich auf ausführliche Texte verzichten müssen, da das zu lange aufhält. Wenn abends in den Hotels eine Gelegenheit besteht, mit einem PC ins Internet zu kommen, kann ich die Beiträge noch bearbeiten und erweitern. Mein Notebook werde ich nicht mitnehmen, ich hoffe, da findet sich was vor Ort.

Spaß

Das ist das wichtigste Ziel der ganzen Tour. Und den wünsche ich uns allen. Das, was wir zusammen erleben, soll ein großes Event und ein geiles Abenteuer werden, von dem wir noch lange reden…

Unvorhersehbares

Wird nicht passieren, aber sollte dennoch etwas vorkommen, was wir heute noch nicht wissen , sind wir alle alt genug, entsprechend zu reagieren und Lösungen zu suchen.

In eigener Sache

Letztes Jahr September habe ich die Planung begonnen, und viel Zeit und Energie ins „Feintuning“ gesteckt. Trotzdem kann es sein, dass die geplante Theorie in der Praxis anders aussieht, oder dass Dinge nicht 100% funktionieren. Bitte seid in solchen Momenten gnädig mit mir, ich verdiene nicht mein Geld damit, sondern mache es für uns alle aus reiner Freude heraus. Es gibt auch keinen Reisesicherungsschein oder einen Reiseveranstalter, bei dem man sich beschweren kann 😉

Meine Motivation zum Tourbook

Ich wünsche Allen viel Spaß mit dem Tourbook, es soll Euch als tolle Erinnerung an diese wunderschöne, unvergessliche Zeit dienen. Ich für meinen Teil bedanke mich bei allen Teilnehmern, wir waren eine tolle Truppe, ich würde mit Euch jederzeit wieder losstechen.

See you… Eure “Oma” Frank

Widmung

Ich möchte mich ganz besonders bei Dietmar bedanken, der uns von der Planung an und während der Tour immer begleitet hat. Dieses Tourbook ist Dir gewidmet, möge es Dir so viel Kraft und Mut geben, dass Du bald wieder mit uns zusammen auf Tour gehst…

Seealpentour 2013 – Die Eckdaten

Reisezeit:                                               17.07. bis 22.07.2013
Anzahl Motorräder:                        10
Anzahl Personen:                             10
Reisetage.                                              6
Übernachtungen                                5
Planung / Orga:                                   Frank
Routenplaner:                                     Blackbiker, Frank & MarkusB.
Road Captain:                                      Blackbiker, Frank & MarkusB.
Pässe:                                                       16 (die unzähligen, kleinen nicht mitgezählt)
Höhenmeter:                                       weit über 30.000 Höhenmeter überwunden !!!

Teilnehmer

 

 SAT 2013 Tourbook TN Juergen text

SAT 2013 Tourbook TN Klaus2 text 

 

 

Tagesetappen

1. Tag      Nettetal bis Maulburg                        Autobahn / Landstraße      571 km  *
2. Tag      Maulburg bis Val-d´Isere                  AB / Landstraße / Pässe      397 km
3. Tag      Val d´Isere bis Valberg                       Landstraße/Pässe           342 km
4. Tag      Valberg bis Rencurel                           Landstraße/Canyon        335 km
5. Tag      Rencurel bis Bourg Ste Marie        Landstraße                          442 km
6. Tag      Bourg Ste Marie bis Nettetal         Landstraße / Autobahn 482 km  *
* BaWü hatten eine andere An- und Abreise                                  
gesamt 2.569 km

Bereiste Länder

Deutschland, Schweiz, Italien, Frankreich, Luxemburg, Belgien

Was soll ich nur schreiben

Es ist nicht möglich, auch nur annähernd alle Eindrücke in Worte zu fassen. Vor allem hat ja jeder Teilnehmer auch andere, eigene Erfahrungen gemacht. Wo fange ich an?

  • bei der tollen Truppe, die wir waren?
  • bei den unglaublich faszinierenden, immer abwechselnden Landschaften, die wir durchfuhren?
  • bei den zahlreichen, atemberaubenden Pässen, die wir überquerten?
  • bei den gefühlten ein hunderttausend Kurven, Kehren und Schleifen, die wir genossen?
  • bei den tausenden Höhenmetern, die wir überwanden?
  • bei den vielen, netten Episoden, Pleiten, Pech und Pannen, die wir erlebten, und die immer glücklich verlaufen sind?

Ich habe mich daher entschlossen, den Tourverlauf in kurze Worte zu fassen, sonst würde das Tourbook sicherlich auf mehrere hundert Seiten anschwellen und auch erst in Jahren fertig werden.

Alle, die dabei waren, werden die unzähligen Momente in Erinnerung halten, und ihre eigenen Erfahrungen dazu denken, und sich sicherlich noch sehr oft und sehr gerne daran erinnern, und darüber erzählen.

 

1. Tag 17.07. – Nettetal bis Maulburg – AB + Land – 571 km ab NRW

Start war pünktlich um 08:00 am 1. Treff in Nettetal. Dort fuhren Markus, Harry, Jochem und ich (Frank) los. Ich war natürlich schon eher da, weil ich es nicht mehr abwarten konnte, und siehe da, Markus war zeitgleich am Treffpunkt. Harry und Jochem waren auch pünktlich, ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass wirklich jemand den Start verpennt. Der erste Griff am Gashahn war eine Mischung zwischen unglaublicher Neugier, Freude und Respekt vor dem, was vor uns lag. Die riesen Freude überwog…  Am 2. Treff  Raststätte A61 Bedburger Land, sammelten wir Jens ein. Geplant war Abfahrt um 09:00, kurz davor kam Jens an, und auch Kim folgte mit dem Auto. Cool dachte ich, dann haben wir ein Begleitfahrzeug für das Gepäck, aber Kim hatte ein eigenes Ziel, und mit ein wenig Trödeln sind wir um 09:30 dort weggefahren. Vorher machte Harry´s Kopf noch die Bekanntschaft mit einer Beschil­derung vorm Restaurant, spontan fiel mir der Spruch ein „…ist nix passiert“.Die erste Pause machten wir an der Rast­stätte A61 Mosel. Da haben wir Harry´s mitgebrachten Kaffee genossen. Es war trocken, nicht zu warm, ideal zum Fahren, und der Kaffee kam genau richtig. Gleich neben uns hielt noch eine VN 1500 samt Fahrer an, er war ebenfalls unterwegs zu einer Tour über mehrere Tage in den Süden. Nachdem wir „Tanken mitten auf der Auto­bahn“ an Harry´s Moped geübt hatten, machten wir eine weitere Pause an der Raststätte A61 Wonnegau. Bis hier waren ein paar kleinere Staus und Baustellen, aber wir lagen gut in der Zeit. Wir waren pünktlich am 3. Treff Raststätte A5 Baden Baden. Dort standen auch schon Klaus und Jürgen und warteten auf uns. Es war noch Zeit für Kaffee und Burger, und pünktlich um 14:30 waren wir wieder auf der Bahn. Absolute Punktlandung hatten wir dann am 4. Treff am Parkplatz in Riegel. Durch einen Stau brauchten wir etwas länger als geplant, aber wir waren 3 Minuten vor der Zeit dort. Rolf, Thomas und Heinz warteten schon auf uns. Jetzt waren alle da, und die Tour konnte um 15:45 gemeinsam weiter gehen. In Riegel hatten wir ein paar Tropfen Regen, die waren aber auf den folgenden 100 km über Land durch den wunderschönen Schwarzwald verflogen. Unsere Heimischen wunderten sich, welche Wege ich kannte, wir fuhren eine Zeit lang mitten durch die Weinberge. Nach dieser tollen Erfahrung machten wir eine kleine Pause auf halber Strecke. Um 18:00 sind wir dann nach vielen Kurven sicher und gesund am ersten Etappenziel gelandet. Als erstes wurde natürlich noch mit Helm auf dem Kopf ein kaltes Bier bestellt. Nach einem guten Essen haben wir auch (etwas) getrunken, und uns auf die nächsten Tage eingestimmt. Nur der Rothaus Whisky aus Hopfen hätte nicht sein müssen, grausig. Alle hatten so ein leichtes Grinsen im Gesicht, wohl in Erwartung der nächsten Tage, was sich noch verschlimmern sollte. Einzig Jens war an diesem Abend traurig, weil wir getrennte Betten hatten.

Unser Quartier für die Nacht:

Hotel-Restaurant
Zum Goldenen Wagen
Hüsingerstr. 2-4
79689 Maulburg
Tel.: 07622 / 6862-0
Fax: 07622 / 9578
Web: www.goldener-wagen.de
E-Mail: info@goldener-wagen.de

Etappendaten

Abfahrt:             08:00 (ab NRW)
Ankunft             18:00
km gesamt:      571 (ab NRW)
RC:                        Frank

 

2. Tag 18.07. Maulburg bis Val-d´Isere, AB + Land, 397 km

Ich war schon um 06:00 auf den Beinen, zum Leidwesen von Jens, aber wir hatten ja einzelne Betten. Nach einem ausgiebigen und sehr guten Frühstück bei Robby, dem Wirt vom Hotel, machten wir uns nach einem kleinen Tank-Stopp um 09:00 gleich auf die Schweizer Autobahnen bis Martigny, das waren gut 240 km. Ohne Stau und nur mit einer kleinen Pause waren wir bereits gegen Mittag dort, und hatten nun genug Zeit, die erste, richtige Bergetappe zu genießen. Jetzt solle es richtig losgehen… Durch Frankreich fuhren wir über die ersten Pässe Col de Forclaz und Col du Monets bis zum Mont-Blanc Tunnel. In den Bergen machten wir noch eine kurze Pause, um (über)flüssigen Ballast abzuwerfen, und frische, graue Luft in die Lungen zu pumpen. Alle fühlten bereits jetzt, dass diese Tour etwas ganz besonderes werden sollte. Also ging es recht zügig weiter Richtung Italien. Am Mont-Blanc Tunnel mussten alle durch das Schrankensystem zeitversetzt durch den Tunnel fahren, daher machten wir am Ausgang eine kleine Rast. Die Röhre mit 12 km Länge war schon eine besondere Erfahrung, ich empfand es einfach nur sehr warm. Hinter dem Tunnel hatte sich die Landschaft schon wieder mächtig verändert, wir waren jetzt im italienischen Aosta, und irgendwie sah seit einer geraumen Zeit alles so bergig aus. Über den Tag verteilt regnete es ab und an, aber nicht wirklich schlimm, und mir kam es so vor, als hätten wir das nicht wirklich mitbekommen. Über wunder­schöne, kurvige Bergstraßen, begleitet von Gebirgsflüssen, Tunnel und Galerien, über­fuhren wir, wieder in Frankreich gelandet, den Col du Petit Saint-Bernard (kleiner St. Bernhard). Hier waren wir das erste Mal über 2.000 m Höhe, und gönnten uns auf der Passhöhe gleich eine Schneeballschlacht bei +6° C. Nach einer kleinen Pause ging es weiter. Kurz hinter der Passhöhe meinte ein Bauer, seine Rinder über die Straße führen zu müssen, dazu spannte er 2 Seile quer über die Straße. Er winkte, dass wir losfahren sollten, und beim Gas geben riss etwas unglaublich heftig an meinem rechten Fuß. Der Bauer hatte wohl an einem der Seile gezogen, während ich anfuhr, und es verfing sich an meinem rechten Fuß und am Moped. Ich hatte geistesgegenwärtig eine Voll­bremsung hingelegt, sonst wäre diese Situation wahrscheinlich nicht gut ausgegangen. Nach diesem Schock fuhren wir weiter Richtung Seez, hier kamen die Serpentinen Junkies voll auf ihre Kosten, die Straße hatte unzählige Kehren und Schleifen, und die Landschaft war einfach grandios, aber auch das sollte sich während der Tour noch ständig steigern. Bis hier war es nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was noch vor uns lag. Eine kleine Not-Pause mussten wir machen, als Jürgen signalisierte, dass er ohne Bremsen fuhr. Die waren schlichtweg heiß gelaufen. Nach einer Abkühlzeit war alles wieder ok, und Jürgen fiel ein, dass er auch seine Motorbremse benutzen darf, danach gab es keine Probleme mehr mit Bremsen. Wir waren jetzt auf der Route des Grandes Alpes angekommen. Wir fuhren weiter durch die französischen Alpen, vorbei am Lac du Chevni, bis zu unserem  Etappenziel Val D´Isere. Unser Hotel war super klasse, die Mopeds hatten wir in die eigene Tiefgarage gefahren, Zimmer waren perfekt. Im Hotel selber konnten wir nicht essen, aber Miss Saigon hat uns einen Tisch in einem tollen Restaurant bestellt. Das  Essen war super, obwohl keiner wirklich verstanden hat, was auf der Karte stand. Ich hatte mich für eine lesbare Variante entschieden, Hamburger, und der war richtig lecker. Der Wein und das Bier war kalt, und so konnten wir nach einem tollen Tag den Abend ausklingen lassen. Später im Hotel tranken wir noch ein Abschlussbier, und sind dann ins Reich der Träume gewechselt mit Blick auf die anstehenden Tage. Auch Jens war glücklich, hatten wir doch heute Nacht ein Doppelbett.

Unser Quartier für die Nacht:

Chalet Hôtel Les Sorbiers
Le Vieux Village BP 72
73151 VAL D’ISERE CEDEX
Tel.: 0033 (0)4 79 06 23 77
Fax: 0033 (0)4 79 41 11 1
Web: www.hotelsorbiers-valdisere.com
E-Mail: hotelsorbiers@wanadoo.fr

Etappendaten

Abfahrt:                         09:00
Ankunft                         16:45
km gesamt:                   397
RC:                                    Markus

 

3. Tag 19.07. Val d´Isere bis Valberg, Land, 342 km

Ich war wieder um 06:00 auf den Beinen, sehr zur Freude von Jens. Entgegen den Erwartungen war es morgens trocken. Ich spazierte eine Stunde durch den Ort, und langsam konnte man zwischen den Berggipfeln erste Sonnenstrahlen erkennen, das war vielversprechend. Heute stand die ultimative Pässetour auf dem Plan, und alle hatten mittlerweile ein 360 ° Grinsen im Gesicht. Da ein paar von uns gerne die Pässe und die Kurven „etwas“ zügiger nehmen wollten, aber die gemütlichere Fraktion dadurch nicht unter Druck geraten sollte, hatten wir am Abend vorher entschieden, in 2 Gruppen je 5 Motorräder zu starten. In der ersten Gruppe haben sich die Rennsemmeln versammelt, bestehend aus Markus, Heinz, Harry, Klaus und mir (Frank). In der zweiten Gruppe fuhren die Geniesser, bestehend aus Jochem, Jürgen, Thomas, Rolf und Jens. Diese Einteilung hat sich während der nächsten Tage bewährt. So fuhr die erste Gruppe kurz vor 09:00 los, die 2. Gruppe folgte gleich danach. Es ging sofort auf den Pass Col de l´Iseran hinauf bis auf 2.770 m. Was für ein unglaubliches Erlebnis, unzählige Kurven schlängelten sich um den Berg, gepaart mit vielen, deutlichen Steigungen. Die Landschaft änderte sich ständig, und auf einmal standen wir auf der Passhöhe. Einfach nur ein grandioses Gefühl. Kurz nach uns kam die 2. Gruppe an, alle hatten mittlerweile Läh­mungserscheinungen vom Dauergrinsen im Gesicht, das sollte auch die nächsten Tage nicht mehr weichen. Nach dem Pass ist vor dem Pass, also ging es gleich weiter. Über den etwas flacheren Col de Telegraph erreichten wir den zweiten, gigantischen Pass, den Col du Galibier mit 2.646 m Höhe, Nicht nur die tausenden Straßenbemalungen zeugten vom Leben der Tour de France, auch die nicht enden wollenden Fahrrad­fahrer waren nicht zu übersehen. Auf der Passhöhe ging es zu wie auf der Kirmes, wir hatten gerade mal eine kleine Ecke gefunden, wo wir unsere Mopeds abstellen konnten. Mit 10 Motorrädern hätten wir da keine Chance gehabt. Was wir mit den Mopeds als Herausforderung betrachteten, meisterten die mit ihren Rädern! Wahnsinn. Dazu haben wir noch einen Jogger gesehen, der ganz gemütlich den Col hinauf lief. Und als Krönung kam uns bei der Abfahrt eine Radfahrerin entgegen mit Beiwagen und Kind drin. Zu diesem Zeitpunkt waren wir endgültig im Bann der Grandes Alpes gefangen. Pausen waren nur hinderlich, wir wollten fahren, also machten wir uns kurze Zeit später auf den Weg, die weitere Strecke zu erfahren. Die 2. Gruppe hatten wir hier schon nicht mehr getroffen, egal, wir wollten Cruisen, und das mit „etwas“ erhöhtem Tempo. Und wir wurden belohnt, immer, wenn wir dachten, das, was hinter uns lag, sei nicht mehr zu toppen, kam das nächste Highlight. Wir fuhren weiter über unzählige Bergstraßen, mit nicht enden wollenden Kurven, oft begleitet von wunderschönen, romantischen Gebirgsflüssen. Verkehr war meist gar nicht vorhanden, einsam fühlten wir uns in dieser gigantischen Weite der Seealpen, wie die Entdecker einer fremden Welt. Immer unseren V2 unterm Hintern spürend, leicht schnurrend, dann wieder in den Steigungen kräftig zerrend. Wir nahmen den Col du Lautaret mit seinen 2.058 m einfach so mit, und erreichten die Passhöhe vom Col d´Izoard auf 2.360 m Höhe. Abgesehen vom permanenten Dauergrinsen, fühlten wir uns auf den Mond versetzt, so einzigartig war diese Landschaft. Leider hatte uns mittlerweile das trockene Wetter verlassen, das Fahren war wesentlich anstrengender geworden durch die nassen, oft mit Schlamm verschmutzten Straßen. Aber das war nicht mehr wichtig, wir waren ganz eingetaucht in diese Faszination des ständigen Wechsels der Eindrücke. Auch die Kälte konnten wir erst bei der Pause spüren, teils zitterten wir am ganzen Körper. Auf der Passhöhe haben wir uns daher einen heißen Kaffee gegönnt. Na ja, er war heiß, geschmeckt hat er wie Muckefuck, und trotzdem war es, als wenn wir den edelsten Champus trinken würden. Uns drängte es weiter, Adrenalin in unseren Körpern ließ die Nässe und die Kälte vergessen, also machten wir uns wieder auf den Weg, um weiter in die uns unbekannte Welt einzutauchen. Über den Col de Vars erreichten wir nach niemals enden wollenden Kurven hinter Barcelonette den Anstieg des Col de la Cayolle. Die Straße ließ nichts Gutes erahnen, sehr viele Schäden hat der letzte Winter gebracht, das Fahren wurde eine echte Herausforderung. Teilstücke bestanden nur noch aus Schotter, viele Baustellen, Abbrüche am Wegesrand, ständige Rutschgefahr für unsere VN´s. Vorsichtig, aber nicht ängstlich meisterten wir auch diese Hürden, und wurden mit einer atemberaubenden Landschaft und einem der schönsten Pässe belohnt. Der Col de la Cayolle ist mit seinen 2.336 m sicherlich nicht der höchste Pass, aber bestimmt einer der Reizvollsten. Nach einem kurzen Stopp auf der Passhöhe machten wir uns weiter auf den Weg Richtung Ziel für diesen Tag. Der Regen hörte auf, die Straßen waren wieder trocken, und das letzte Stück des Tages wurde mit der Fahrt über den wunderschönen Col de Valberg versüßt. Mittlerweile waren wir eins mit den Straßen, Im Rückspiegel betrachtet, bewegten sich unsere 5  Motorräder wie der Bolero, immer sanft und gleich schwingend, vollkommen synchron, und doch schnaufend und fordernd nach Mehr. Wir erreichten um 17:50 das Etappenziel. Die Motorräder konnten wir in der Tiefgarage des Hotels abstellen, und als abendliches Ritual haben wir uns erst mal ein paar leckere Biere gegönnt. Nach dem Frischmachen kam dann auch die 2. Gruppe gesund und sichtlich geschafft am Hotel an. Abends konnten wir direkt im Hotel essen, und so ließen wir den Tag gemütlich bei Wein und Bier ausklingen.

Unser Quartier für die Nacht:

Hotel Le Chastellan
Rue Saint Jean
F – 06470 Valberg
Tel. +33493025741,
Web: www.le-chastellan.com
Mail: contact@le-chastellan.com

Etappendaten

Abfahrt:                              08:30
Ankunft Gruppe 1:       17:50
km gesamt:                       342
RC Gruppe 1:                  Frank
RC Gruppe 2:                 Jens

 

4. Tag 20.07. Valberg bis Rencurel, Land, 335 km

Wie auch sonst, war ich wieder um 06:00 auf den Beinen, und wie bei einem alten Ehepaar freute sich Jens darüber sehr. Ich nutze die Zeit bis zum Frühstück, und erkundete den Ort. Atemberaubend, wie die großen Felsformationen in den ersten Sonnen­strahlen glänzten. Es sah nach einem schönen Tag aus. Nach einem guten Frühstück startete die 1. Gruppe um 08:30, die 2. Gruppe folgte etwas später. Wir waren jetzt schon 3 Tage Nonstop auf dem Bock, und was ich nicht für möglich hielt, alle wollten nur fahren. Wir nahmen den uns schon bekannten Col de Valberg unter die Reifen und schwangen uns ins Tal. Die Eindrücke der letzten Tage nicht verarbeitet, wartete schon wieder ein ganz großes Abenteuer auf uns. Die erste Überraschung führte uns über eine traumhafte Straße hindurch durch 17 Tunnel, mit Muskelkraft aus dem Fels gehauen, gleich neben der Straße ein Gebirgsbach verlaufend.  Wie traumhaft war das denn? Wir hielten kurz an, und waren in der Versuchung, den gleichen Weg nochmals zu fahren, so schön war die Strecke. Aber wir waren ja auf dem Weg zum Grand Canyon du Verdon, daher folgten wir unsere vorbestimmten Route. Über kleinere Pässe führte uns die Route vorbei am Baie d´Angles und dem gigantischen Lac de Castilione nach Castellane in den Parc Naturel regional du Verdon. Gänsehaut hatten wir am ganzen Körper, diesmal nicht vor Kälte, sondern von der Erwartung der kommenden Kilometer. Schon vor La Palud sur Verdon konnten wir die gigantischen Ausmaße des Canyons erahnen, tiefe Schluchten, riesige Höhen, und unten im kleinen Tal der Fluss Verdon mit seinem grünblauen Wasser. Es ging nach Palud sur Verdon auf einer beeindruckenden Straße am Canyon entlang. Leider fuhren wir dort an einem Motorradkollegen vorbei, der nicht so viel Glück hatte, und mit seiner Maschine verunglückt war. Als wir vorbei kamen, waren die Notärzte gerade bei der Erstversorgung. So ein Moment stimmt natürlich nachdenklich, und bringt einem wieder in Erinnerung, wie wichtig es ist, seine Grenzen zu kennen und alle Augen offen zu halten. Unbeschreiblich schön dagegen war die folgende Landschaft, und genauso unbeschreiblich das Gefühl, mitten drin zu sein. Am Ende dieser unglaublichen Naturkulisse machten wir Halt an einem traumhaften Aussichtspunkt. Von hier aus konnte der Blick weit dem Canyon folgen, und auf der anderen Seite lag tief unten der grünblaue Lac de Sainte Croix vor uns. Hab ich schon mal atemberaubend erwähnt? Denkt euch dieses Wort einfach in einer unendlichen Schleife, so bezaubernd war diese Gegend. Wir trennten uns nur schweren Herzens von diesem Flecken Erde, aber wir wussten, dass noch etwas Großes und Einzigartiges auf uns wartete, der Vercors. Also sattelten wir unsere Rösser, und machten uns auf zu den nächsten Entdeckungen. Und wir wurden nicht enttäuscht. Nach einem ruhigen Stück über die Route Napoleon erreichten wir Sisteron, Langsam konnten wir in der Ferne die unglaubliche Wucht und Erhabenheit des Vercors erahnen, majestätisch ragte er aus dem Nichts heraus und lag vor uns. Klar, da wollten wir hin, also peitschten wir unsere Mopeds und erreichten über verlassene Feldwege nach dem Col de Cabre den Col de Rousset. Die Straßen waren zu Beginn des Vercors nicht überragend, viel Schotter und viele Beschädigungen mahnten zu sensibler Fahrweise. Mit seinen 1.254 m ist der Col de Rousset nicht mal so hoch, aber umso beeindruckender. Leider wurden wir auch hier Zeuge, wie gerade ein in allen Teilen beschädigtes Motorrad auf einen Abschlepp­wagen gehoben wurde, hoffentlich ist es für den Fahrer gut ausgegangen. Ein nicht endend wollender Wurm schlängelt sich am Berg entlang, auf der Passhöhe konnten wir ins Tal schauend sehen, wo wir selber ein paar Minuten vorher gefahren sind. Wahnsinn. Die Landschaft hatte sich wieder vollständig verändert, gewaltige, imposante Bergmassive stiegen wie aus dem Nichts in den Himmel, grau und schlicht, aber umso monumentaler. Vor dem Pass hatten wir durch Zufall eine Quelle inmitten des Vercors gefunden, ein Platz zum Träumen, wo die Seele baumeln konnte. Das Wasser vom Stein milchig grün gefärbt, die Natur erhaben über alles, man selber will nur noch eintauchen in diese faszinierende Welt aus Natur und Monumenten. Gegen 17:15 erreichten wir unser Etappenziel für diesen Tag, und das war wieder ein Highlight für sich. Ein traumhaft gelegenes Hotel inmitten der Berge, eine südländische Gemütlichkeit, die zum längerem Verweilen einlud, ein Pool unterhalb der Terrasse mit Blick auf die majestätisch in den Himmel ragenden Felsen, hier komm ich an, hier will ich sein. Den Helm noch in der Hand, brachte uns die bezaubernde Weiblichkeit des Hotels gleich bei Ankunft kalte, halbe Liter Bier ans Moped. Was will „Mann“ mehr. So süß und doch so bitter kann das Leben schmecken, und beides aus einer netten Hand. So gelassen, die letzten Tage noch nicht verarbeitet, fühlten wir uns wie in einer Zwischenzeit, nicht wirklich, nicht wahr, und doch zum Anfassen. In diesem Moment hat keiner mehr an eine Heimreise gedacht, in unseren Köpfen hätte es ewig so weiter gehen können. Auch die 2. Gruppe kam irgendwann an, und wir versorgten die tapferen Ritter der Landstraße erst mal mit kühler Gerstenkaltschale. Nach einem kurzen Frischeupdate auf den Zimmern widmeten wir uns dem gemütlichen Teil des Abends. Jean-Francois, der Chef des Hotels, hatte zum Barbecue eingeladen. Preisverdächtig leckere Sparrips, super würzige Würste und leckere Steaks, kombiniert mit frischen Salaten an frischen Kräutern, vermischt mit einem kühlem Bier, wir fühlten uns wie im Himmel am Vercors. Und das alles auf einer Terrasse, unter uns der Pool, im Hintergrund die Berge, bei einem lauem Sommerlüftchen. Viele Kaltschalen später fand auch dieser Abend seine Ruhe, unsere Träume ließen uns einfach weiter fahren. Ich bin sicher, dass einige den Lenker mit ins Bett genommen haben.

Unser Quartier für die Nacht:

Hôtel le Marronnier
Jean-François Verpillot
38680 Rencurel
Tel.: 0033476389768
Web: www.hotellemarronnier.com
Email: info@hotellemarronnier.com

Etappendaten

Abfahrt:                               08:30
Ankunft Gruppe 1:        17:15
km gesamt:                        335
RC Gruppe 1:                   Frank
RC Gruppe 2:                  Jens

 

5. Tag 21.07. Rencurel bis Bourg Ste Marie, Land, 442 km

 

Was soll ich sagen, um 06:00 war ich fit, und Jens freute sich über die morgendliche Begrüßung und dankte es mit einem leichten Grummeln. Ich erkundete die Gegend, es gab ja wie immer erst kurz vor 08:00 Frühstück. Das Wetter verhieß Gutes, und der Fleck Erde, auf dem ich umher schritt, entspringt direkt dem Motorradparadies. Wen hält es da in den Betten? Heute ist unser letzter, gemeinsamer Reisetag, das brachte ein wenig Wehmut mit sich. Sollen wir nicht einfach weiter fahren. Handy abstellen und den endlosen Wegen folgen. Der Gedanke war schön, aber die Realität ließ in diesem Moment nur das Träumen zu. Da war es beruhigend, dass wir noch eine gemeinsame Etappe vor uns hatten. Unser Ziel an diesem Tag waren die Vogesen. Wir starteten wieder in 2 Gruppen, die 1. Gruppe fuhr um 08:45 los. Der Weg aus dem Vercors heraus war wieder ein Highlight, die Strecke führte durch eine Schlucht, auf beiden Seiten hohe Felswände, die teils über die Straße ragten. Diese war eng an den Fels geschmiedet, viele Brücken ließen uns von einer Seite zur Anderen wechseln. Wasser lief teils von den Überhängen auf die Straße, nicht vom Regen, sondern von Bächen oberhalb der Felsen. Es war ein wenig wie in einem verwunschenen Land, weit weg von jeder Hektik, von jeder Zivilisation. Bis Grenoble begleitet der Vercors uns mit wunderschönen Straßen und einer wunderschönen Landschaft. Danach folgten wir einem langen Stück der Route Napoleon. Eine endlos scheinende Gerade, die nur durch Kreisverkehre unterbrochen wird. Wir konnten uns entspannt zurück lehnen und den Autopilot einschalten, Zeit, über die vergangenen Stunden und Tage zu philosophieren. Auf der Route kamen wir flott voran, es war ja heute auch ein gutes Stück Weg zu bewältigen. Das Wetter meinte es ein wenig zu gut mit uns, bei einer kleinen Rast zeigte das Thermometer von Klaus 47 ° C an. Auch im Schatten war es deutlich über 35 ° C, und die Luft stand förmlich. Es war Sonntag, und wir mussten tanken. Das stellte sich nicht wirklich als einfach heraus. Nachdem die erste Tankstelle geschlossen war, übten wir uns in Optimismus, wurden aber von Tankstelle zu Tankstelle immer  nachdenklicher. Alles war zu, und wir waren mutterseelenalleine auf den Straßen unterwegs. Erst 70 km nach der ersten Tankstelle dann endlich die Erlösung, das war auf dem letzten Tropfen. Auch für unsere Kehlen, die nach kühlem Nass schrien. Auf dem Weg nach Bourge-en-Bresse durch­querten wir die Seenlandschaft Dombes, die von über tausend Weihern bedeckt wird. Wir befanden uns im Département Ain in der Region Rhône-Alpes. Den Lenker in Geradeausstellung festgemacht, lehnten wir uns auf den letzten Kilometern zurück und erreichten unser Etappenziel Bourg Ste Marie. Klar hatten wir noch fast auf dem Moped sitzend das erste Bier in der Hand, es war ja auch wirklich heiß. Die 2. Gruppe folgte auch etwas später, und nach der Frischekur im Zimmer schritten wir zum letzten, gemeinsamen Abendessen, was jetzt nicht wirklich einen Preis verdient hat. Nach vielen Lobhymnen auf meine Person die Tour betreffend, und mindestens genauso vielen Bieren, wurde der Kreis der Ritter etwas kleiner, irgendwie hatte ich das Gefühl, dass die letzten Tage in einigen Knochen steckten. Am Nachbartisch lauerten schon sehnsüchtig 2 Berlinerinnen (ich meine nicht das Gebäck in weiblicher Form), wollten sie doch bestimmt ein Stück teilhaben an unserem Männertraum. Klar wollten die letzten Ritter diesen Wunsch erfüllen, und so verloren wir letzten uns in tiefe, geistreiche Gespräche. Irgendwann wollte unsere Wirtin uns wohl nicht mehr folgen, und auch die 2. Flasche CR war nur noch Geschichte, und auch eine mitgebrachte Flasche Whisky der beiden Damen konnte sich keines Inhaltes mehr erfreuen, also verabschiedeten wir die letzte Nacht mit dem Weg auf unsere Zimmer (wohlgemerkt ohne das Gebäck, die waren schon ein wenig überreif).

Unser Quartier für die Nacht:

Hotel le Saint Martin
46, rue Grande Fontaine.
52150 Bourg Ste Marie
Tel. : +33 (0) 3.25.01.10.15
Fax : +33 (0) 3.25.03.91.68
E-Mail : hotsaintmartin@aol.com

Etappendaten

Abfahrt:                               08:45
Ankunft Gruppe 1:        17:45
km gesamt:                        442
RC Gruppe 1:                   Frank
RC Gruppe 2:                   Jens

 

6. Tag 22.07. Bourg Ste Marie  bis Nettetal, Land + AB, bis NRW 482 km

Heute war ich mal nicht um 06:00 auf den Beinen, warum kann ich nur erahnen, könnte an der recht kurzen Nacht gelegen haben. Die anderen Mitstreiter sahen auch nicht aus wie das blühende Leben. Aber nach einem diesmal typischen, französischen Frühstück mit Milchkaffee, Croissant, Marmelade und Orangensaft konnte ich meine Lebensgeister davon überzeugen, wieder tätig zu werden. Rückreisetag! Welch ein Schmerz nach diesen einmaligen, erlebnisreichen Tagen. Aber wie heißt es so schön, jeder Traum ist auch irgendwann vorbei. Nur mit dem Unterschied, dass wir diesen Traum wirklich real erleben durften, obwohl ich mir ab und an nicht ganz sicher war, ob das alles in Echt passierte. Um 09:15 sind wir aufgebrochen, ein kleiner Teil fuhr gleich schon eine andere Route nach Hause. Nach und nach verabschiedeten sich immer mehr in verschiedene Richtungen, bis zum Schluss nur noch Markus, Harry, Jens und ich übrig waren. Die Strecke führte bis Belgien über Landstraßen, ich wusste bis dato gar nicht, dass es so lange, gerade Straßen in Europa gibt. Beim Übergang von Frankreich nach Belgien konnten wir dann noch mal ein schönes Teilstück durch hügelige Wälder mit vielen Kurven genießen. Das Wetter meinte es mal wieder zu gut mit uns, es war sehr heiß, und Harry, Jens und ich fuhren entgegen aller Vernunft nur mit T-Shirt. In Belgien wechselten wir dann auf die Autobahn bis in die Heimat. Kurz vor unseren Haustüren machten wir noch einen kleinen Kaffeestopp bei Mc Donald, und hielten uns zum Abschied noch mal in den Armen. Die letzten Kilometer bis nach Hause fuhr ich mit gemischten Gefühlen, zum einen Teil aus einer unglaublichen Zufriedenheit über das Erlebte der vergangenen Tage, und zum anderen Teil aus Trauer, dass es so schnell vorbei ist. Vor meinem Garagentor war ich dann wieder ganz klar, und freute mich, zu Hause zu sein. Natürlich bestand meine allererste Handlung nach dem Aufschließen der Haustüre aus dem Öffnen einer leckeren, 4 ° C kalten Flasche Bitburger.

Etappendaten

Abfahrt:                               09:15
Ankunft Gruppe 1:        17:15
km gesamt:                        482
RC Gruppe NRW:          Markus

 

Mein persönliches Fazit

Träume sind schwer zu erfüllen, und es gelingt nicht immer, eher selten. Mit der Seealpentour 2013 durfte ich erleben, dass ein geplanter Traum in der Wirklichkeit jede meiner Vorstellung im Positiven um ein vielfaches übersteigen kann. Ich kann nur jeden Biker ermutigen, diese Tour zu machen, es ist in meinen Augen ein „must-have“ für die Seele.

Im Tourbook konnte ich nicht annähernd das wieder geben, was ich empfunden habe, und seit der Rückkehr immer noch jeden Tag neu empfinde. Es ist einfach zu gewaltig, um das in Worte zu fassen.

Bedanken möchte ich mich bei allen Teilnehmern. Zum Einen für das Vertrauen im Vorfeld, und zum Anderen zu der unglaublich tollen Truppe, die wir waren. Und danken möchte ich auch unseren Frauen und Partnern, die uns losgelassen haben und den Traum dadurch mit ermöglicht haben.

Und nach der Tour ist vor der Tour. Für 2014 träume ich schon von ca. 4.000 km innerhalb 10 bis 14 Tagen, vielleicht mit dem Ziel Sardinien, einem Traum aus Bergen und Karibik. Die Planung hat schon begonnen, es wird der Tour 2013 in nichts nachstehen 😉

Ich freu mich, den einen oder anderen von unserer Truppe bei den nächsten Touren wieder dabei zu haben!

Dietmar, wir sehen uns 😉

Der Autor

SAT 2013 Tourbook S7 1Mein Name ist Frank. Wenn ich nicht gerade Motorrad fahre oder beruflich unterwegs bin, ist mein Lebensmittelpunkt der Niederrhein im Kreis Viersen. Motorrad fahren bedeutet für mich immer schon die Verbindung aus Freiheit und Sehnsucht, und das mit Gleichgesinnten zu teilen, ist eine ganz besondere Erfahrung. Aus diesem Grund moderiere ich im Forum Vulcan 800/900 den Stammtisch NRW, und da ich nur nette Menschen kenne, nennen meine Freunde mich (wenn sie mich ärgern, was ständig der Fall ist) Oma der Kompanie…

Ich selbst bin leidenschaftlicher Cruiser auf einer Kawasaki Vulcan VN 1600 Classic,

Frank

Schwalmtal, 27.07.2013

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heisst Abenteuer pur…