Tourinfo Val d´Orcia Tag 7

Dieses Tal …
…wo uralte, grüne Wälder mit Feuerstein übersät sind, Stein und Bronze vom ersten Schritt durch den Menschen zeugen; wo die bröckelnden Bögen einer Brücke an die Macht Roms erinnern, und Burgen Zeugen der feudalen Erhabenheit sind, wo Kirchen den religiöse Einfluss zeigen, die Anwesenheit der Johanniter spürbar ist, wo überall die Kraft der Natur und der Elemente an den vom Wind verwehten Baumkronen erkennbar ist, wo der prasselnde Regen ein Dorf überwältigt …… . ”
Quelle: Dieser Text (von mir frei übersetzt) stammt von einem Fremdenführer in der Zeit um 1900, und zeigt die dramatischen Emotionen, die das Val d’Orcia bei ihm hinterlassen hat.

Mit Val d’Orcia (Orcia-Tal) bezeichnet man das Gebiet zwischen Buonconvento, dem Monte Amiata und Montepulciano. Das flache und im Sommer fast ausgetrocknete Flußbett der Orcia durchzieht das Tal von Westen nach Osten, während die Via Cassia das Tal von Norden nach Süden quert und die Hauptverkehrsader dargstellt.
Das Orcia-Tal ist eine landwirschaftlich genutzte Hügellandschaft. In den Senken und auf den lehmhaltigen Hügeln werden überwiegend Getreide und Sonnenblumen angebaut, auf den Hügelkuppen auch zunehmend Oliven. In der Gegend um Montalcino im Westen und Montepulciano im Osten des Tals dominieren Weinberge das Bild. Im Frühjahr sind die Hügel saftig grün mit roten Sprengseln des Klatschmohns, im Sommer golden von reifenden Weizen und den Sonnenblumen. Nach der Ernte im Sommer bis zum ersten Herbstregen ist das Orcia-Tal dagegen trocken und ohne Bewuchs. Durch die einzigartigen Schattierungen der Lehmhügel und dem von feinem Staub gefilterten Licht wirkt die Landschaft jedoch besonders jetzt einzigartig sanft, warm und harmonisch. Auf fast jedem Hügel steht ein Gehöft, früher Bauernhöfe, die dem kargen Gebiet das wenige abgerungen haben, was die Erde hergab, heute oftmals nur noch Ruinen oder aber luxuriöse Ferienanlagen.
Die prägnante, wellenartige Hügellandschaft mit den vereinzelten und in Grüppchen oder Alleen stehenden Zypressen und den kleinen Landkirchen ist ein sehr häufiges Fotomotiv und wird oft fälschlich für das typische Gesicht der gesamten Toskana gehalten. Tatsächlich beschränkt sich dieses Landschaftsbild fast ausschließlich um die eng umrissene Region im Herzen des Val d’Orcia um San Quirico d’Orcia und Pienza. Im Hintergrund des Orcia-Tals erhebt sich im Süden aus dem Hügelmeer der üppig bewachsene und quellreiche Monte Amiata, ein erloschener Vulkan von 1738 m Höhe.
Quelle: wikivoyage